Historie

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Münsterdorf

Mit Trecker und Spritze

Der "Feuerschutz", auch "Brandschutz" genannt, lässt sich in Münsterdorf bis in das Jahr 1500 zurückverfolgen. So heißt es in der Münsterdorfer Chronik, dass die Bruderschaft "Münsterdorfer Kaland" eine Regelung der gegenseitigen Hilfe in Krankheitsfällen, bei Verarmung und bei “Brandschäden" hatte.

Die erste Feuerwehr in Schleswig-Holstein wurde am 26.02.1861 in Kiel gegründet.

Wiederum 20 Jahre später wurde dann auch die Feuerwehr Münsterdorf als sogenannte "Brandwehr" ins Leben gerufen. Sie war eine "Zwangswehr", die aufgrund des Brandschutzgesetzes von 1880 gegründet wurde. Jeder männliche Einwohner vom 15. Lebensjahr an musste in die Wehr eintreten. Geübt wurde einmal im Jahr. Im Jahr 1890 wurde die Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr Münsterdorf" vorgenommen. Die Freiwillige Feuerwehr Münsterdorf und die Freiwillige Feuerwehr Breitenburg, hatten eine gemeinsame Handdruckspritze und auch das "Spritzenhaus" mit dem dazugehörenden Übungsplatz am "Herrenhaus“ wurden zusammen genutzt. Die großen Bäume, die auf den Übungsplatz standen, wurden als "Schlauchtürme" zum Trocknen der Schläuche genutzt. Einige Zeit später bekam die Freiwillige Feuerwehr Münsterdorf eine eigene Handdruckspritze. Die Breitenburger Wehr zog in den Gutshof Osterholz um. Somit war die Trennung der beiden Wehren vollzogen. Ab 1905 wurde bei der Münsterdorfer Wehr Protokoll geführt. Seitdem kann man das rege Treiben der Wehr gut verfolgen. Im Jahr wurden vier bis fünf Übungen und ein "blinder Alarm" durchgeführt. Auch die Kameradschaftspflege kam nicht zu kurz. Es wurde so manches Fass Bier ausgetrunken. Im Jahr 1938 wurde die Münsterdorfer Wehr motorisiert. Sie bekam eine Pumpe mit Transportanhänger. Um die Löschwasserversorgung zu verbessern, baute man den Bohrbrunnen am Hujer Weg. Während des zweiten Weltkrieges wurden 12 Frauen für den Feuerwehrdienst ausgebildet, da die Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst eingezogen worden waren. Nach Überwindung der schmerzlichen Verluste einiger Kameraden, die nicht aus dem Krieg heimkehrten, musste sich die Wehr neu formieren. Da das alte Spritzenhaus baufällig geworden war, zog man 1958 in das neue Gebäude in der Kirchenstraße ein. Im Jahr 1964 begann für die Wehr ein neuer Abschnitt. Die Technisierung hatte mit der Anschaffung einer Motorpumpe vom Typ TS8 und eines Fahrzeuges mit Schlauchanhänger begonnen. Am 23.03.1967 wurde der Grundstein für das neue Feuerwehrgerätehaus gelegt. Noch im selben Jahr konnte die Einweihung vorgenommen und gleichzeitig mit dem ersten Amtsfeuerwehrfest gefeiert werden. Seit dieser Zeit wird das Amtsfeuerwehrfest alle zwei Jahre in Turnus bei den Amtswehren gefeiert. Da die Rauchgase bei Bränden, bedingt durch die Verwendung von Kunststoffen aller Art, immer giftiger wurden, schaffte die Feuerwehr im Jahr 1979 vier neue Atemschutzgeräte an. Im Jahr 1980 kam endlich das in Auftrag gegebene Tanklöschfahrzeug TLF8/10 und 1982 wurde das alte Fahrzeug TSF durch ein modernes Löschfahrzeug LF8 ersetzt. Im Jahr 1986 wurde das Gerätehaus umgebaut und erweitert. Im Jahr 1990 feierte die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen. An 2 Tagen wurde der besondere Anlass gebührlich gefeiert. Im Jahr 1994 wurden auch in Münsterdorf die analogen Funkmeldempfänger eingeführt. Vier Jahre später wurde die Jugendfeuerwehr Amt Breitenburg gegründet. Unter den Münsterdorfer Kinder und Jungendlichen waren stets viele Mitmacher zu finden. Zeitweise bis zu 20 Mitglieder.

2008 kam dann das neue Feuerwehrauto. Das in die Jahre gekommene LF 8 wurde durch ein modernes LF 10/6 ersetzt. Im selben Jahr wurden die analogen Funkmeldeempfänger durch digitale ersetzt. Im Jahr 2010 schaffte die Gemeinde für die Jugendfeuerwehr einen Transporter an, den auch die aktive Feuerwehr auf Dienstabenden nutzt. Momentan hat die Freiwillige Feuerwehr Münsterdorf 36 aktive Mitglieder, die im Schnitt 38 Jahre alt sind, und 16 Kameraden in der Ehrenabteilung.



Die bisherigen Wehrführer:

Heinrich Schuldt 1890-1912
Heinrich Reimers 1912-1912
Hermann Diercks 1912-1925
Theodor Mohr 1925-1937
Heinrich Appel 1937-1939
Heinrich Schuldt 1937-1946
Heinrich Appel 1946-1948
Willie Dierks 1948-1958
Hermann Fuhlendorf 1958-1967
Jan-Dierk Hamdorf 1967-1985
Hermann Rehse 1985-2003
Seit 2003 Matthias Pokriefe